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Die Europäische Wildkatze ist, wie Löwe, Luchs und Tiger, ein Mitglied der großen Katzenfamilie und heimisch in Europas Wäldern.
Sie ist nicht, wie häufig angenommen wird, ein direkter Vorfahre unserer Hauskatze (Felis catus). Diese hat ihre tiefen Wurzeln bei den Wildkatzen des Nahen Ostens, die noch heute in den Wüsten Israels, Saudi-Arabiens und anderen Ländern der arabischen Halbinsel leben. Dennoch sind wildfarbene Hauskatzen häufig nur schwer von Europäischen Wildkatzen zu unterscheiden.

Wichtigstes Merkmal der Wildkatze ist ihr breiter, buschiger Schwanz mit zwei bis drei schwarzen Ringen und einem schwarzen stumpfen Ende. Gegenüber häufig silbrig-grauen Hauskatzen haben Wildkatzen ein sehr verwaschenes grau-gelbes Fell. Bei wildfarbenen Hauskatzen ist eine deutliche Zeichnug ("Tigerung") zu erkennen, die erwachsene Wildkatzen nicht besitzen. Die schwarzen Zeichnungen junger Wildkatzen verschwinden bereits mit dem ersten Fellwechsel im Winter.

Wildkatzen erreichen mit 3-8 kg in der Regel ein etwas höheres Gewicht als Hauskatzen, wobei ausgewachsene Kater deutlich schwerer als weibliche Katzen sind. Besonders im langen Winterfell wirken Wildkatzen kräftiger und größer als Hauskatzen.

Wildkatzen und Hauskatzen können sich erfolgreich miteinander paaren, so daß Mischlinge dieser sehr nah miteinander verwandten Unterarten entstehen (Hybridisierung). Diese seltenen Verpaarungen von Wild- und Hauskatzen kommen vermutlich überwiegend dort vor, wo die Dichte von Wildkatzen sehr gering ist. Es handelt sich dann eher um Zwangsverpaarungen weil die Anzahl der Geschlechtspartner der Europäischen Wildkatze zu gering ist. Sie können in entsprechendem Ausmaß negativen Einfluss auf die "genetische Reinheit" von Wildkatzenpopulationen haben.

Die ersten Wochen der Jungenaufzucht im April und Mai verbringen Mutterkatzen mit ihren Würfen auf einem kleinen Teil ihres Streifgebietes. Im Juni und Juli begleiten die Jungen ihre Mutter immer häufiger über weitere Strecken. Bereits im August lockert sich der Familienverband. Die Jungen sind nun häufig allein unterwegs, verteilt im Streifgebiet der Mutter. Im Spätsommer lernen sie, selbstständig zu jagen. Im Herbst hat die Mutter nur noch selten Kontakt zu ihren Jungen.

Textquelle

Text , ggf. verändert oder gekürzt, aus
BUND Sachsen-Anhalt (Hrsg.) 2008

Fotos: Thomas Stephan